Fünfwertiges Coaching

Fünf Basiskompetenzen erachtet der Coach ifb als essentiell für erfolgreiches Coaching:

1

Selbstprüfung

 

Wer Coach werden will, muss zu allererst an seiner Haltung arbeiten – Technik ohne Haltung ist wie Skifahren ohne Berg. Ein Coach muss sich selbst sehr gut kennen. Das gilt im Großen: Warum arbeite ich als Coach? Das gilt aber auch in jeder Minute der Arbeit als Coach. “Was bewegt mich gerade?” “Wie erlebe ich meinen Coaching-Klienten momentan?” “Was löst das bei mir aus?” “Warum handle ich gerade wie ich handle?” “Was sind meine Motive? Was meine Gründe oder Abgründe?”Unter der Anleitung der Ausbilder und zum Teil durch das Feedback der anderen, lernen die Teilnehmer sich selbst besser kennen; sie werden behutsam dabei geführt, die eigenen inneren Anteile ihres Handelns im Coaching-Prozess betrachten und erspüren zu lernen.

2

Empathie

 

Wer Menschen führen oder coachen will, muss sie unverstellt wahrnehmen können. Der Coach muss wach, gelassen und konzentriert bei seinem Coaching-Klienten sein und dessen Empfinden und Erleben mit- und nachspüren.
Was er so wahrnimmt, muss der Coach ansprechen können: “Wer Empathie nicht zu äußern vermag, bleibt hilflos.” Die Sprache in Bildern gehört dabei zu seinem Handwerkszeug.
Empathie erzeugt Nähe. Wie aber geht der Coach mit Nähe um? Sie soll und kann Geborgenheit, Schutz oder Trost bedeuten. Als Mitleid, Distanzlosigkeit oder Anbiederung jedoch verhindert sie die Entwicklung des Coaching-Klienten.
​Die richtig verstandene Nähe bildet die Basis für gezieltes Probehandeln im Coaching-Prozess. Der Coach lernt, sich als Spielanbieter (Rollenspiel), als Auftraggeber (“Schreiben Sie ein Strategie-Papier, das Ihre Perspektiven rational umsetzt”) oder als Prüfstein (“Gut, ich bin Ihr Gegner, versuchen Sie mich zu überzeugen!”) einzubringen.

3

Fördern und Fordern

 

Menschen können mehr, als sie glauben, – und der Coach unterstützt seinen Klienten dabei, diese Fähigkeiten im täglichen Leben besser nutzen zu können.

4

Echtheit

 

Ein Coach muss selbstsicher sein, um mit inneren Unsicherheiten und mit Selbstzweifeln seines Klienten professionell umgehen zu können. Er ist somit ein Modell für authentisches Verhalten.

5

Annehmen können

 

Nur wenn unsere Coaching-Klienten einen Raum für denkerisches Probehandeln erfahren, können sie sich darauf einlassen, neue und wegweisende Handlungsalternativen zu entfalten. Wie können wir als Coachende diese Freiheit schaffen und erhalten, selbst wenn „Ungeheuerliches“ zur Sprache kommt (entweder weil die Coaching-Klienten selbst nicht nur Täter sondern häufig auch „Opfer“, Erfüllungsgehilfen, Ausführende sind, oder weil sie tatsächlich ungeheuerliche Pläne, Ideen, Ziele verfolgen)? Wie können wir die Weisheit des „nichts Menschliches ist mir fremd“ im Coaching-Prozess (vor-) leben?

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